Prüfungsvorbereitung in der Ausbildung planen und durchführen

Die Azubis haben es geschafft: Sie stehen kurz vor ihrer Abschlussprüfung und im besten Falle wissen Betrieb und Azubi bereits, dass nach der Ausbildung ein fester Mitarbeitervertrag winkt. Nun ist die letzte Hürde zu schaffen und dafür können beide Seiten einiges tun, denn die richtige Prüfungsvorbereitung nimmt Ängste und entspannt. Das ist die beste Voraussetzung für ein erfolgreiches Bestehen der Prüfung.
Die Aufgabe betrieblicher Ausbilder ist es, die Ausbildungsordnung und damit auch die Prüfungsordnung für den jeweiligen Ausbildungsberuf zu kennen. Durch den engen Kontakt mit der Berufsschule und dem Klassenlehrer ist der Ausbilder auf dem aktuellen Stand, was gerade an Stoff durchgenommen wird und welche Themen auch schon in der Schule als Prüfungsvorbereitung angeboten werden. Die in der Schule verwendeten Bücher und Materialien sollten auch beim Ausbilder vorhanden sein, um nach dem didaktischen Prinzip der Parallelität an den Schulstoff anknüpfen zu können.

Innerbetrieblich ist zu klären, welche Zeiten von der regulären Ausbildungszeit der Azubis als „Lernzeiten“ für die Prüfungsvorbereitung gewährt werden können und welche betrieblichen Unterrichtseinheiten hier stattfinden können. Gerade auch bei praktischen Prüfungen, in denen Werkstücke gefertigt oder Projekte erarbeitet werden müssen, sollte der Ausbilder engmaschig begleiten und unterstützen. Ein halbes Jahr vor der Abschlussprüfung mit der Prüfungsvorbereitung zu beginnen hat sich als eine bewährte Zeit erwiesen.
 

Verschiedene Lernformate in der Prüfungsvorbereitung

Digitale Lernplattformen und -formate bieten hier eine wertvolle Unterstützung, um die theoretischen Inhalte der Prüfung mehrmals wiederholen zu können, so dass der Azubi in seinem eigenen Tempo lernen, wiederholen und sich vorbereiten kann. Zudem ist es immer hilfreich, Lerninhalte in der Ausbildung auf verschiedene Art und Weise zu vermitteln: durch den Unterricht in der Schule, durch den Ausbilder im Betrieb und durch digitale Angebote. Das ermöglicht dem Ausbilder auch eine geplante Lernerfolgskontrollstrategie und spart trotzdem Zeit, die sonst vielleicht für weiteren innerbetrieblichen Unterricht aufgewendet werden müsste.

Passende Lernumgebung und hilfreiche Lernstrategien

Vergessen werden dürfen aber auch die sonstigen Rahmenbedingungen nicht: In Gesprächen mit den Auszubildenden sollte geklärt werden, ob sie im privaten Freizeitumfeld die geeignete Lernatmosphäre vorfinden. Nicht selten fehlen ruhige Rückzugsorte während der Ausbildung zuhause, um sich auf Prüfungen vorzubereiten. Dann kann der Betrieb prüfen, ob es im Unternehmen die Möglichkeit gibt, solche Rückzugsorte zum alleinigen Lernen zu schaffen. Wenn mehrere Azubis eines Jahrgangs für die Abschlussprüfung lernen, kann die Bildung einer Lerngruppe unter Anleitung und Unterstützung des Ausbilders zusätzlichen Support bieten.

Wissen Ihre Azubis, wie man für eine Prüfung lernt? Falls bisher noch nicht erfolgt sollten die Azubis spätestens in der Prüfungsvorbereitungsphase mit entsprechenden Lernstrategien und Tipps bekannt gemacht werden. Oft bieten die zuständigen Stellen, Gewerkschaften und Bildungsträger Workshops und Seminare an, wenn es im Betrieb nicht leistbar ist, das Thema entsprechend zu vermitteln. 

Lernerfolgskontrolle und Prüfungssimulation

Gutes Lernen hat viel mit gutem Zeitmanagement und guter Zielsetzung zu tun. Auch hier können digitale Formate unterstützend wirken, in dem das Bearbeiten bestimmter Lektionen zeitlich und inhaltlich mit dem Ausbilder als Lernziel vereinbart und kontrolliert wird. Gerade die Lernerfolgskontrolle ist hier wichtig, denn nichts nimmt so viel Prüfungsangst wie das Gefühl, im Lernstoff wirklich sicher zu sein. Nicht zuletzt eine Prüfungssimulation wie bei GEORG unter „Echtzeit“-Bedingungen bietet die Möglichkeit, sich mit den Bedingungen während der realen Prüfung nach und nach bekannt zu machen und lässt Azubis deutlich entspannter in die Abschlussprüfung gehen. Ebenso helfen Beispielfragen bei der Vorbereitung auf die echte Prüfung als z.B. Kaufmann.

Nicht zuletzt sind selbst Krankenkassen und Berufsgenossenschaften eine gute Adresse, an die man sich während der Phase der Prüfungsvorbereitung wenden kann: Die jungen Erwachsenen vergessen schnell, dass auch eine gesunde Ernährung, Sport und frische Luft eine hervorragende Lernunterstützung bieten. Man spricht nicht umsonst von „Brainfood“. Oft bieten die Kassen und Berufsgenossenschaften auch hierzu Workshops und Seminare an. Für größere Betriebe gibt es diese sogar als Inhouse-Seminar, um die Auszubildenden beim Lernen zu coachen. 

Bildnachweis: © stock.adobe.com/bernardbodo

Verfasst von der Fachexpertin Jutta Mohamed-Ali!

Jutta Mohamed-Ali, Diplom-Betriebswirtin, Inhaberin von ArsAzubi, Ausbildungsberatung für KMU. Als Beraterin, Trainerin und Coach beschäftigt sie sich seit über 15 Jahren mit der Ausbildung von Azubis und dual Studierenden. Erst in einem der größten, deutschen DAX-Konzerne, dann als selbständige Beraterin. Als Psychotherapeutin (HPG) und Lernprozessbegleiterin begleitet sie Azubis im Auftrag der KMU durch die Ausbildung, berät und unterstützt die Betriebe in allen Ausbildungsfragen und trainiert die Mitarbeiter in Seminaren und Workshops. Als Dozentin schult sie an Industrie- und Handelskammern zukünftige Ausbilder. 
Kontakt: ArsAzubi, Rosenhof 36, 64560 Riedstadt, Tel.: 06158/9170340 
E-Mail: jutta.mohamedali@arsazubi.de www.arsazubi.de 

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