Das Lernen organisieren — Der Weg zum Erfolg?

Ablenkung beim Lernen, insbesondere außerhalb der Schule, kennt wahrscheinlich jeder, da kommt mal eine wichtige E-Mail, der Postbote klingelt und eigentlich müsste man auch die Blumen wieder einmal gießen. Ständig kommt etwas dazwischen, das uns Zeit kostet und die Aufmerksamkeit liegt definitiv nicht auf dem Lernstoff.
Organisation beim Lernen ist daher von unschätzbarer Bedeutung für den Erfolg Ihrer Bemühungen. Das eigene Selbstmanagement leidet. Um dem entgegenzuwirken, schafft sich der Lernende am besten einen geeigneten Rahmen, der es ihm erleichtert sich auf die Bewältigung seiner Aufgaben zu konzentrieren. Er organisiert sozusagen seine Lernaktivitäten, sodass er für sich selbst die Grundvoraussetzung für erfolgreiches Lernen schafft. Ganz so einfach ist es natürlich nicht, denn jeder Lernende muss sich zunächst einmal über die vorhandenen Ressourcen klar werden, die ihm helfen, erfolgreich zu lernen. Dazu ist eine Unterteilung in externe und interne Ressourcen sinnvoll. Externe Ressourcen sind zum Beispiel Informationsquellen, die genutzt werden können oder die Gestaltung der Lernumgebung. Interne Ressourcen meint die eigene Anstrengung, Aufmerksamkeit oder Konzentration auf den Lernstoff, die über eine gewisse Zeit anhalten.
 

Ein angenehmer Rahmen nützt dem Lernen in der Ausbildung

Durch die Einrichtung eines angenehmen Rahmens kann sich jeder Auszubildende das Lernen erleichtern und sich bewusst von Faktoren distanzieren, die Stress oder Ablenkung in ihm auslösen. Hier ist es wichtig, sich darüber klar zu sein, dass es die genannten internen und externen Ressourcen gibt. Mit internen Ressourcen, wie der Steuerung der eigenen Aufmerksamkeit, kann das Lernen unterstützt oder störende äußere Einflüsse ausgeblendet werden. Hierbei spielt vor allem die eigene Motivation und das Maß an Anstrengung, welches man bereit ist aufzuwenden, eine Rolle. Mit externen Ressourcen kann effektives Lernen gelingen, indem die eigene Lernumgebung gut gestaltet und organisiert wird, durch einen lernförderlichen Arbeitsplatz, entsprechende Lernmaterialien oder auch durch die Unterstützung durch andere Personen. Hier sind es also die äußeren Voraussetzungen und deren Ordnung, die für effektives Lernen geschaffen werden. Es muss also nicht unbedingt der freiwillige Aufenthalt in der Schule sein, der zum Erfolg führt. Auszubildende sind angehalten, ihr Lernen dementsprechend zu organisieren, um sich beispielsweise die Bearbeitung von Hausaufgaben zu erleichtern. Dazu sind ein paar grundlegende Maßnahmen und Techniken nötig.
 

Die eigene Anstrengung und Aufmerksamkeit kennen

Auszubildende müssen in der Lage sein, die eigene Anstrengung und Aufmerksamkeit nicht nur zu kennen, sondern entsprechend zu beeinflussen. Insbesondere wenn sich Auszubildende mit schwierigen Themen oder ihnen zunächst wenig interessant erscheinenden Inhalten und Aufgaben auseinandersetzen sollen. Es braucht dazu Willensstärke und Konzentration auch bei ungeliebten Inhaltsgebieten. Auch Mehraufwand kann durchaus vorkommen, bei Bedarf müssen Lernzeiten ausgedehnt werden. Es ist sehr wichtig so lange zu lernen, bis man sich gut auf eine Prüfung vorbereitet fühlt. Eine hohe Aufmerksamkeit auf den Lernstoff von Beginn an ist hilfreich, sie zeigt sich daran, dass der Lernende selten mit den Gedanken abschweift.
 

Zeitmanagement zur Planung und Gestaltung der Lern- und Arbeitszeit

Durch eine gute Zeitplanung und -kontrolle kann das eigene Lernen besser eingeteilt werden, da ist es hilfreich sich konkret feste Lernzeiten zu setzen. Dazu gehört auch, für sich selbst bewusst Zeit für Pausen festzulegen, diese zu machen und vor allem einzuhalten. Dabei helfen Zeitmanagement- bzw. Selbstmanagementtechniken, wie zum Beispiel die Alpen Methode. Sie hilft den eigenen Tagesablauf zu planen und sich Zeit für verschiedene Schritte einzuteilen. 
Alpen steht für:
A = Aufgaben aufschreiben, 
L = Länge einschätzen, 
P = Pufferzeit einplanen,
E = Entscheidungen treffen und 
N = Nachkontrollieren.
 
 

Schaffung einer geeigneten Lernumgebung und Nutzung geeigneter Informationsquellen

Um konzentriert lernen zu können, unterstützt ein geeigneter und ruhiger Arbeitsplatz.  Hilfreich ist also, den Lernplatz so zu organisieren, dass keine Ablenkungen auftreten können (z.B. durch den Fernseher) und Ordnung herrscht. Ebenso sollten notwendige Hilfsmittel greifbar sein (Stifte, Papier, Login zur Lernplattform). Aus diesem Grund bietet es sich für Lernende beispielsweise an, nach der Schule dort zu bleiben, um etwas Zeit zum Lernen einzuplanen. Generell gilt, sich auch die geeigneten Informationsquellen bereitzulegen, wie Bücher oder eben Zugänge zu digitalen Quellen, wie Lernplattformen oder Wikis. Als Informationsquelle sind auch Lerngruppen nicht zu unterschätzen, mit denen man über den Lernstoff oder Hausaufgaben diskutiert, z.B. im Forum.
 

Lernen in der Ausbildung und was noch alles zu organisieren ist

Anstrengung, Aufmerksamkeit, Zeitmanagement und Informationsquellen, dies alles gehört zu den ressourcenbezogenen Lernstrategien, die das Lernen unterstützen, indem sie die Grundlagen für erfolgreiches Lernen schaffen. Lernen kann nur dann optimal gelingen, wenn Lernende die für das Lernen notwendigen inneren und äußeren Ressourcen entsprechend kennen und aktivieren können — Vorbereitung, Ordnung und Organisation beim Lernen sind entscheidend. Dazu bedarf es den genannten Maßnahmen, wie Arbeitsplatzgestaltung, der Organisation von Lernzeiten oder auch die Nutzung von Lernplattformen. Da diese Maßnahmen die Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen schaffen, werden ressourcenbezogene Strategien gerne auch als Stützstrategien bezeichnet. Sie dienen der indirekten Unterstützung des Lernprozesses. Ressourcen, wie der Platz, an dem anstehende Arbeit verrichtet wird, werden so gestaltet, dass sie den Lernprozess positiv beeinflussen und so den Einsatz von kognitiven und metakognitiven Strategien unterstützen. Mehr zu den verschiedenen Lernstrategien, die dem Einprägen von Informationen helfen, lesen Sie hier. Lesen Sie in unseren Beiträgen außerdem mehr zu den kognitiven und metakognitiven Lernstrategien, die der Planung und Überwachung dienen.

GEORG ist bereits didaktisch so gestaltet, dass Auszubildenden und den Ausbilder der Lernvorgang bzw. die Organisation beim Lernen erleichtert wird, sie also die nötigen Ressourcen erhalten. Das Zeitmanagement wird mittels Zeitplanung über einen integrierten Kalender optimal gefördert. Durch die strukturiert aufbereiteten Lerninhalte wird die Aufmerksamkeit des Lernenden konkret auf den relevanten Inhalt gelenkt. Dies spart den Auszubildenden nicht nur Zeit und Stress, sondern fördert auch die Effektivität ihrer Lernvorgänge.
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Quellen:
Mandl, H. & Friedrich, H. F. (Hrsg.) (2006). Handbuch Lernstrategien. Göttingen: Hogrefe Verlag.
Wild, K.-P. (2001). Lernstrategien und Lernstile. In D.H. Rost (Hrsg.), Handwörterbuch Pädagogische Psychologie (2. Aufl., S. 424-429). Weinheim: Beltz




 

Verfasst von der Fachexpertin Sandra Niedermeier!

Dr. Sandra Niedermeier ist als Trainerin und Beraterin für Unternehmen rund um das Thema digitales Lernen tätig. Als Dozentin leitet sie verschiedene virtuelle Kurse, hält Workshops im Rahmen der Hochschuldidaktik zum Schwerpunkt digitalen Medien in der Lehre. Sie promovierte am Lehrstuhl für empirische Pädagogik und pädagogische Psychologie an der LMU München und ist neben ihrer Trainer- und Beratertätigkeit aktuell als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Kempten am Institut für digitale Lehrformen tätig.
Bei weiteren Punkten: www.sandra-niedermeier.com/sandraniedermeier/

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