Lernen der Zukunft | GEORG

Lernen gestern, heute, morgen… Wie sieht das Lernen der Zukunft aus?

Digitalisierung = Veränderung des Lernens?

Ist das Lernen von gestern das Lernen im Frontalunterricht, das Lernen im Klassenzimmer, das Lernen mit Overhead-Projektoren und das Lernen mit Stiften und Papier?

Ist das Lernen von heute, das Lernen im Jahr 2019, das Lernen im Blended Learning Format, das Lernen mit digitalen Whiteboards und das Lernen mit Tablets auf Plattformen wie YouTube?

Ist das Lernen von morgen, das Lernen der Zukunft, das Lernen auf Distanz, das Lernen mit Augmented Reality und das Lernen mit KI gesteuerten digitalen Assistenten?

Recherchiert man im Jahre 2019 bezüglich zukünftiger Bildung ein wenig im Internet, so könnte man diese Fragen schnell mit „Ja“ beantworten. Neben neuen Inhalten und Unmengen an schnell verfügbaren Informationen bringt Digitalisierung in Zukunft einen weltweiten Wandel von Lernwerkzeugen und Lernmethoden zur Vermittlung beruflich relevanter Kompetenzen. Nicht zuletzt deshalb nimmt die Bedeutung von E-Learning oder allgemein digital gestütztem Lernen stetig zu. Die Nutzer erfolgreicher Videoplattformen wie YouTube, die in erster Linie nicht dem Bildungssektor zuzuordnen sind, haben den Wandel erkannt. Es werden zunehmend Videos produziert und veröffentlicht, die auf die Vermittlung von Wissen und Ergänzung schulischer Inhalte abzielen. Dieser Wandel ist genauso stetig wie intensiv.

Unternehmen und Schulen ergänzen ihre Ausbildung und Angebote zur Weiterbildung in der Lehrwerkstatt und im Klassenraum um neue digitale Werkzeuge, Ausbildungskongresse stellen digital gestütztes Lernen in den Mittelpunkt und auf Bildungsmessen füllen digitale Lehr- und Lernwerkzeuge ganze Hallen mit Menschen. Dieser Wandel beschäftigt seit Längerem jeden, der im Kontext von Bildung unterwegs ist.

Dabei wird leider oft aus den Augen verloren, dass hinter dem aktuellen Wandel des Lernens viel mehr als nur Digitalisierung steckt.
 

Veränderung des Lernens ist viel mehr als Digitalisierung!

Neben dem Einfluss der Digitalisierung auf die Bildung und das Lernen der Zukunft, den man auf keinen Fall beiseiteschieben sollte, gibt es (oft daraus abgeleitet) noch eine Menge anderer Veränderungen in den Sichtweisen von Lernen, die das Lernen der Zukunft prägen.

Drei wichtige sich verändernde Aspekte:
 

Veränderung der Zielgruppe (stetig)

Zielgruppen ändern sich schon immer mit jeder neuen Generation. Doch wenn man sich die Studien der letzten Jahre (vgl. z.B. Shell Jugendstudie 2015, McDonald´s Ausbildungsstudie 2017, JIM-Studie 2015-2018) ansieht und aktuelle Nachrichten verfolgt, sieht man, wie stark die Veränderungen zwischen der Generation Y, der Generation Z und der Generation Alpha sind. Jede dieser Generationen hat andere Werte, andere Sichtweisen, andere Probleme und andere Ziele. Ein grundsätzlicher Wandel der Lernenden ist somit zu verzeichnen, der sich auch in den Generationen zeigen wird, die 2019 oder später aufwachsen. Auch auf diese Generationen und Menschen muss unser Bildungssystem reagieren.
 

Veränderung der Ziele von Lernprozessen

Dass sich zurzeit viel im Bereich der Ausbildung, Weiterbildung und der grundsätzlichen Vermittlung von Wissen zum Erwerb spezifischer Kompetenzen verändert, merkt man in den meisten Betrieben, Unternehmen und Schulen – beispielsweise im Umgang mit Themen wie Big Data oder Data Analytics. Welche Dinge sich bei der Vermittlung von Informationen in Zukunft ändern (sollten) und warum, lässt sich im Artikel „Ausbildung 4.0“ nachlesen. Neben der weiterhin starken Kompetenzorientierung in der Berufsausbildung, passiert jedoch etwas, dass viele erfahrene Berufsbildner so noch nicht kennen. Es kommt zu einer langsamen Abkehr von der Inhaltsorientierung im betrieblichen Unterricht. Das, was Ausbilder mit Auszubildenden machen hat immer weniger den Aufbau von Wissen als Ziel, sondern immer mehr die reine Anwendung von Wissen. Der Wissensaufbau geht mehr und mehr in die Verantwortung der Lernenden über. Neue Konzepte wie selbstgesteuertes Lernen durch Schüler und Auszubildende bzw. sehr individualisiertes Lernen nehmen immer mehr zu! Der Transfer des individuell aufgebauten Wissens in die reale oder realitätsnahe Anwendung ist das, was Ausbilder und Auszubildende in Zukunft immer mehr gemeinsam tun werden.
 

Veränderung der Rollenbilder

Vom Ausbilder zum Coach, vom Lehrenden zum Lernprozessbegleiter. Diese „Phrasen“ hört man seit Jahren. Guckt man in Ausbildungsbetriebe, so fällt auf, dass sich das Verhältnis zwischen Auszubildenden und Ausbildern durchaus geändert hat und sich neue Umgangsformen langsam durchsetzen. Es wird deutlich kooperativer gelernt und gearbeitet und der „Abstand“ zwischen Ausbildern und Auszubildenden ist nicht mehr so groß. Der Lehrende wird immer weniger Lehrer und distanzierte Autoritätsperson, sondern vielmehr Lernbegleiter auf menschlicher und lernmethodischer Ebene.

Der Wandel vom Lehren zum Lernen ist aber noch lange nicht vollzogen, komplett Lerner-zentrierte Ausbildungsprozesse und selbstgesteuerte Lernsettings - davon sind wir in der beruflichen Erstausbildung meist noch weit entfernt.
 

Der Weg wird kein leichter sein ... und kein kurzer

Wie geht es wohl weiter?

Schon länger warten Unternehmen darauf, dass die kommenden Generationen der Lernenden das digitale Handwerkszeug und Kompetenzen für das „neue Lernen“ aus der Schule mitbringen. Hier sind jedoch Anpassungen noch nicht in der Breite zu verzeichnen.

Voraussichtlich werden sich in naher Zukunft einige Ausbilder/-innen verschiedener Unternehmen in Deutschland sowie der ganzen Welt, trauen, größere Veränderungen einzuläuten und bislang unkonventionelle Methoden in ihr Bildungskonzept zu integrieren. Einiges davon wird gut funktionieren und kann von anderen abgeguckt werden, anderes wird scheitern und kann von anderen besser gemacht werden. Da die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu „neuem beruflichen Lernen“ rar sind und ganz sicher nicht unstrittig, wird wohl kein Weg an Versuch und Irrtum vorbeiführen (eine interessante Perspektive dazu: „Digitalisierung und Lernen 4.0“).
 

Fazit / Konklusion zum Lernen der Zukunft

„Eile mit Weile“ wäre an dieser Stelle wohl das richtige Sprichwort. Wobei „Nichtstun hat noch niemanden vorangebracht“ gewiss auch passend ist.

Wandel im Lernen ist nicht mehr Thema der Zukunft. Wandel im Lernen und der damit verbundenen Bildung findet jetzt statt! Die Abkehr von klassischen Lernmethoden zugunsten von Konzepten wie beispielsweise individualisiertem Lernen ist bereits an vielen Stellen zu sehen. Nur weiß keiner so ganz genau, wohin der Wandel führt. Es ist durchaus vertretbar, erfahrene Ausbilder/-innen die ersten Schritte machen zu lassen, um von und mit Ihnen zu lernen.

Gleichzeitig empfiehlt es sich, erste eigene Schritte zu gehen – gerade bei Dingen, deren Einfluss recht eindeutig zu sehen ist.
Das wären:
  • Einsatz digitaler Medien und Plattformen wie YouTube (zum selbstgesteuertes Lernen), ZOOM (für die Online Kommunikation) oder Office 365 (für die Online-Zusammenarbeit) zur Unterstützung von Lernprozessen
  • Abkehr von der Inhaltsorientierung, voller Fokus auf Kompetenzaufbau
  • Stärkung der Kompetenz zum selbstgesteuerten Lernen von Auszubildenden

Ein Partner, die Veränderungen im Bereich der beruflichen Ausbildung, Weiterbildung und das damit verbundene Lernen der Zukunft anzugehen, kann dabei die Plattform GEORG der Westermann Gruppe sein. Auszubildende können dort mit Hilfe digitaler Medien selbstgesteuert neue Inhalte durch bereitgestellte Informationen erarbeiten, um ihr neugewonnenes Wissen im Ausbildungsbetrieb anzuwenden und so ihre Kompetenzen zukunftsorientiert zu entwickeln.

Bildnachweis: © stock.adobe.com/Maksym Yemelyanov

Verfasst vom Fachexperten Andy Lüdemann!

Andy Lüdemann entwickelt für Unternehmen und Bildungseinrichtungen Konzepte rund um den Einsatz digitaler Medien in Lehr-, Lern- und Arbeitsprozessen. Auch qualifiziert er Menschen in Themengebieten wie "Digitales Lernen", "Medienkompetenz" und "Digitalisierung der Arbeit".
Neben seiner Berater- und Trainertätigkeit unterstützt er verschiedene staatliche und gemeinnützige Institutionen im Bereich der Medienbildung. 

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