Elemente eines guten Blended-Learning-Angebots

Blended-Learning oder auch integriertes Lernen ist heutzutage Grundlage für nachhaltigen Lernerfolg.
Das Konzept der Arbeit 4.0 erfordert neue Kompetenzen, um den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in den Unternehmen zukünftig gerecht werden zu können: Medienkompetenz, kollaboratives Arbeiten, kreative Problemlösungen und flexibles, selbstständiges Arbeiten bilden hierbei das Fundament der sogenannten 21 Century Skills. Keine Frage, dass genau diese Kompetenzen den Auszubildenden über eine Kombination klug ausgewählter und verknüpfter Online- und Präsenzphasen vermittelt werden müssen. Welche Methoden und Vorteile bietet Blended-Learning gegenüber reinem Präsenz- oder Onlineunterricht?
 

Blended-Learning-Arrangements–das Beste aus zwei Welten

Es ist ein viel benutzter Begriff, der – seien wir ehrlich – in der Praxis immer noch zu wenig gelebt wird: Blended Learning. Worüber sprechen wir? Für die folgenden Überlegungen ist es sinnvoll, Blended-Learning-Methoden als didaktisch sinnvolle Verknüpfung von Präsenzlernen und digitalen Lernkomponenten wie E-Learning-Lerneinheiten zu einem Lernarrangement zu verstehen. Das Ziel: Das Beste aus zwei Lehr- und Lernformen erfolgreich zu kombinieren und den Auszubildenden das Lernen zu erleichtern!
 

Durchgängiges Curriculum über alle Lernphasen

Um die didaktisch und methodisch beste Mischung aus Präsenzunterricht und digitale Lernelementen wie Lern- oder Erklärvideos, WBTs (Web Based Trainings), Webinaren und vielen anderen Lern-Apps zu erarbeiten, muss Folgendes vorab überlegt werden: Welche Inhalte sollen zu welchem Zweck wie vermittelt werden? Dies sollte man selbstverständlich vor dem Unterrichtsstart machen. Die Kunst besteht darin, für die angestrebten Lernziele die bestmöglichen Lernkomponenten zu finden und sie sinnvoll zu verknüpfen. Mögliche Leitfragen zur Orientierung: Zu welchem Zeitpunkt der Ausbildung soll der Inhalt vermittelt werden? Ist es Grundlagenstoff? Welche Rahmenbedingungen bestehen? Wie umfangreich ist das Thema? Wer genau soll an den Inhalten arbeiten?

Tipp 1:
Erarbeiten Sie auf Basis Ihres Curriculums einen Stoffverteilungsplan, in dem Sie genau eintragen, wann die Auszubildenden welchen Inhalt womit und wie lernen sollen. Wie kann das Wissen optimal vermittelt werden? Achten Sie unbedingt darauf, die unterschiedlichen Lernphasen miteinander zu verknüpfen und interaktives Lernen zu fördern.
 

Bewusste Auswahl der Lernformate und -phasen

In der Planung des Unterrichts sollte man vorab klar festlegen, welche Lerninhalte durch Präsenzlernen, durch selbstständiges Lernen oder durch kollaborative Lernformen vermittelt werden. Klar ist: Das gemeinsame Lernen von Auszubildenden bleibt unersetzlich. Doch der kluge Mix aus E-Learning und Präsenzunterricht erhöht deren digitale Kompetenz, entlastet zudem den Unterricht und stärkt das selbstorganisierte Lernen der Auszubildenden. Ein Beispiel: Reiner Wissensaufbau kann oft sehr gut über selbstgesteuertes Lernen mithilfe von E-Learning-Modulen stattfinden. Durch interaktive Übungs- und Transferaufgaben wird dann anschließend der Kompetenzaufbau unterstützt, wobei dies als Einzel- oder auch als Gruppenaufgabe gestaltet sein kann. Praxisarbeiten in der Werkstatt, vertiefende Bearbeitung von Lerninhalten sowie die Klärung offener Fragen gehören meist in den Präsenzunterricht.

Tipp 2:
Online-Lernen kann und sollte unbedingt auch zwischenzeitlich in der Gruppe geschehen – ob gemeinsam vor einem Bildschirm oder mit Hilfe eines geeigneten Kollaboration-Tools. Dies stärkt die Medienkompetenz und macht allen Lernenden großen Spaß.
 

Feste Zeiten für Blended-Learning-Arrangements

Es ist wichtig, die einzelnen Lernphasen und Termine fest im Wochenverlauf zu verankern. Vereinbaren Sie verbindlich, wann die Auszubildenden selbstorganisiert an den Onlineinhalten arbeiten können. Legen Sie auch fest, ob dies betreute oder unbetreute Lernphasen sind. Denken Sie daran, dass Sie zu Anfang Zeit einplanen müssen, damit sich die Auszubildenden mit dem Arbeiten an den digitalen Lernmedien vertraut machen können.

Tipp 3:
Verankern Sie feste, verbindliche Online-Lernzeiten in ihrem Blended-Learning-Arrangement. Erläutern Sie ihren Auszubildenden sehr genau, was Sie in diesen Phasen von ihnen erwarten und was von ihnen erarbeitet werden soll. Legen Sie verbindliche Arbeitsregeln fest.
 

Blended Learning erfordert eine neue Lernkultur

Die Herausforderung des Blended Learnings besteht darin, sich die neuen Rollen der Ausbilder und der Lernenden ins Bewusstsein zu rufen. Denn in Blended-Learning-Szenarien verändern sie sich im Unterschied zum traditionellen Unterricht. Ausbilder müssen mehr und mehr zum Lernbegleiter werden und unterstützen die Auszubildenden in ihrem individuellen Lernprozess. Aber auch die Rolle der Lernenden ändert sich: Sie gestalten ihren Lernprozess selbst und erarbeiten sich selbstständig relevante Lerninhalte.

Tipp 4:
Klären Sie vorab: Wie viel Betreuung benötigen die Auszubildenden beim Lernen? Werden auch Medien zur Betreuung eingesetzt? Beschäftigen Sie sich bewusst mit der neuen Rolle als Lernbegleiter und machen Sie sich die Vorteile der Blended-Learning-Methoden bewusst.
 

Ohne Vorarbeit geht es nicht

Damit Blended-Learning-Arrangements erfolgreich sind und Sie deren Vorteile umfassend nutzen können, müssen Sie sich intensiv mit den infrage kommenden Online-Lernmedien auseinandersetzen. Besitzen diese überhaupt das Potenzial, die gewünschten Lernszenarien umzusetzen? Ermöglichen sie neben der reinen Vermittlung von Wissen auch anwendungsorientierten Kompetenzaufbau? Sind sie mit dem Einsatz von Kollaboration-Tools kompatibel?

Tipp 5:
​​​​​​Bei Online-Medien gilt wie auch bei jedem anderen Lehrwerk: Ausbilder müssen sich vorab intensiv mit deren Potenzialen auseinandersetzen. Gerade die Online-Komponente des Blended-Learning verspricht Lehrenden und Auszubildenden viele Vorteile, wenn sie richtig genutzt wird.

Die Inhalte von GEORG eignen sich aufgrund ihrer hohen Modularität ideal für die Konzeption von Blended-Learning-Arrangements. Lernvideos, Projektaufgaben und vieles mehr ermöglichen das Unterrichten in unterschiedlichen Sozialformen. So lässt sich Blended Learning einfach und erfolgreich integrieren und Ihr Unternehmen profitiert von den Vorteilen dieser Lernmethode.

Bildnachweis: ©stock.adobe.com/adiruch na chiangmai

Verfasst vom Fachexperten Jörg Schmidt!

Jörg Schmidt arbeitet seit vielen Jahren in unterschiedlichen Funktionen in Institutionen der Bildungswelt. Schwerpunkt seines Arbeitens sind das (Mit-)Entwickeln von anwendungsbezogenen, handlungsorientierten digitalen Lehr- und Lernmedien sowie die Medienbildung. Als Projektentwickler, Lektor, Programmleiter und  Autor organisiert, unterstützt und begleitet er dabei deren Konzeption, Pflege, Implementierung für namhafte Bildungsinstitutionen und Verlage.

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